MUTTI – NI3MANT

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Wir freuen uns über unseren ersten Release: MUTTI vom Künstlerprojekt NI3MANT. Sehr gerne lassen wir die Musiker selbst zu Wort kommen:

Als Schöpfer von MUTTI ist uns bewusst, dass der Song eine durchaus polarisierende Wirkung entfalten kann. Wir können uns eine Reihe von Fragen vorstellen, die nach dem Release auf uns zukommen und wollen hierauf eingehen:

Wer ist NI3MANT?

Wir sind befreundete Musikerinnen und Musiker. NI3MANT ist keine Band im herkömmlichen Sinn, sondern unser Pseudonym für projektbezogene musikalische Zusammenarbeit. Wir haben uns für die Verwendung des Pseudonyms entschieden, weil unsere Projekte für sich sprechen (sollen) und wir keine Ambitionen haben, hiermit die persönliche Bekanntheit der MusikerInnen zu fördern.

Warum ein Song über Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel?

Vorab: Wir wissen und respektieren, dass Politiker einen aufzehrenden und verantwortungsvollen Job haben. Uns geht es also nicht um ein plattes Merkel-Bashing.

Andererseits gibt es aus unserer Sicht viel an der Kanzlerin und ihrer Politik auszusetzen: Beispielsweise die stoische Fortsetzung ihres neoliberalen Kurses auch nach der Finanzkrise, der zunehmend zu Ungleichheit, Spaltung und sozialer Kälte in der Gesellschaft führt. Oder auch die systematische Eliminierung politischer Talente in der CDU, die zwar der Sicherung der Macht dienlich war, gleichzeitig aber dazu geführt hat, dass ihre erneute Kandidatur faktisch „alternativlos“ ist.

Mit unserem satirischen Song wollen wir anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl den „politischen Lebenslauf“ der Kanzlerin kritisch nachzeichnen und so Ereignisse in Erinnerung rufen, die ansonsten vielleicht in Vergessenheit geraten wären…

Wo steht ihr politisch?

Mit beiden Beinen fest auf dem Boden unserer verfassungsmäßigen Werteordnung: Wir stehen für ein tolerantes und weltoffenes Deutschland, das stabil in Europa eingebettet ist und in dem die Freiheit des Einen (nur) durch die Freiheit des Anderen begrenzt wird. Rechtsextreme, Nationalisten und Populisten lehnen wir ebenso strikt ab, wie linksautonome Gewalttäter oder religiöse Fundamentalisten.

Könnte euer Song MUTTI für politische Zwecke missbraucht werden?

Diese Möglichkeit ist nicht von der Hand zu weisen. Es ist nach unserer Meinung aber nicht der richtige Weg, auf Kritik deswegen zu verzichten, weil sie missbraucht werden könnte.

In Abstimmung mit unserem Label haben wir Vorkehrungen getroffen: Für jede öffentliche Wiedergabe des Songs muss im Vorfeld bei unserem Label eine Lizenz eingeholt werden. Für die Wiedergabe des Songs auf politischen Veranstaltungen jeglicher Art wird grundsätzlich keine Lizenz erteilt! Zudem werden wir strikt darauf achten, dass unser Urheberpersönlichkeitsrecht gewahrt bleibt!

Eine Ausnahme hiervon wollen wir gerne machen: Damit die Kanzlerin nicht wieder in die missliche Lage kommt, sich bei Campino von den Toten Hosen entschuldigen zu müssen, darf die CDU unseren Song auf ihrer Wahlparty am 24.09.2017 spielen…;-)

Was konkret habt ihr an der Kanzlerin auszusetzen?

Das zeigen wir gerne an exemplarischen Passagen des Songtextes mit ihren jeweiligen Hintergründen auf:

Die Mehrwertsteuer wurde später dennoch erhöht

Vor der Bundestagswahl 2005 hat die damalige CDU-Bundesvorsitzende und Oppositionsführerin Angela Merkel eine Erhöhung der Mehrwertsteuer noch im Mai kategorisch ausgeschlossen. Von einer klassischen Wahlkampflüge kann hier noch nicht gesprochen werden, weil die CDU im Anschluss eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 18% in ihr Wahlprogramm aufgenommen hatte. Bekanntlich hat die Große Koalition dann sogar eine Erhöhung auf 19% beschlossen…

In der Krise sind Sparer niemals sicher

Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise hat die Kanzlerin – zusammen mit dem damaligen Finanzminister Steinbrück – am 05.10.2008 gesagt, die Bundesregierung stehe dafür ein, dass die Einlagen der Sparer sicher seien. Was von der Werthaltigkeit dieser „Garantie“ zu halten ist, ergibt sich beispielsweise aus einer Antwortmail des Bundesfinanzministeriums vom 19.04.2010.

Den Armutsbericht zu zeigen, fehlt dir der Mut

Das periodisch einsetzende, würdelose Gezerre um die Streichung kritischer Formulierungen aus dem Armuts- und Reichtumsbericht zwischen Kanzleramt und Sozialministerium kann mittlerweile nur noch als unerträglich bezeichnet werden. Dieses Jahr hat das Kanzleramt Streichungen vorgenommen, die die Hintergründe des Befundes erläutern, wonach wohlhabende BürgerInnen einen deutlich größeren Einfluss auf politische Entscheidungen haben.

Im Kanzleramt lässt Ackermann die Korken knallen

Eigentlich nicht sonderlich der Rede wert, wenn die Kanzlerin Persönlichkeiten einlädt und das hierzu im Haushalt vorgesehene Budget beansprucht. Abgesehen von der Frage des Fingerspitzengefühls bei der Personalie Ackermann ist uns allerdings überhaupt nicht verständlich, warum zusätzliche, wiederum vom Steuerzahler zu tragende Kosten für ein gerichtliches Verfahren verursacht werden müssen, weil das Kanzleramt sich weigert, Einsicht in die zugehörigen Unterlagen zu gewähren. Immerhin gibt nun die Tischrede erfrischende Einsichten in das (damalige?) Denken der Kanzlerin:

„…Sie haben in erheblichem Maße zur erfolgreichen Positionierung der Deutschen Bank auf den internationalen Finanzmärkten beigetragen, insbesondere was das Investment-Banking angeht. Ihr persönlicher Beitrag zur Entwicklung des Finanzstandortes Deutschland ist daher kaum zu überschätzen. …“

Wie war das mit der Deutschen Bank doch gleich wieder?

Milliarden für deutsche Waffen – einerlei.

Das Klischee vom faulen und korrupten Griechen, den der deutsche Steuerzahler finanzieren muss. Ob bei uns vielen bewusst ist, dass die französische und die deutsche Regierung offenbar Konzessionen bei der Ausgestaltung der Rettungspakete von milliardenschweren Rüstungsdeals mit der griechischen Regierung abhängig gemacht haben?

Gibt es noch etwas, das ihr sagen wollt?

Ja. Wir würden uns wünschen, dass die Wahlbeteiligung bei den anstehenden Wahlen in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und im Bund überdurchschnittlich hoch ist und die BürgerInnen ihre Wahlentscheidung im Bewusstsein ihrer Verantwortung für unsere Demokratie treffen…

Paul Abbott von ZenMastering hat MUTTI perfekt gemastert. Die fantastischen Illustrationen stammen von Christiane Pfohlmann, das herausragende Video hat Jan Heinemann von drehbewegung konzipiert und geschaffen. Martin Stelzer von Werkstatt54 hat Koordination und Kommunikation professionell unterstützt. ALLEN BETEILIGTEN HERZLICHEN DANK FÜR IHREN EINSATZ!!!

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